Betreuungsangebote

In der Jugendhilfe erlaubt der Gesetzgeber viele sinnvolle Mittel zur Erziehung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Es gibt im SGB VII die §§ 27ff “Hilfen zur Erziehung” sowie ambulante Maßnahmen nach § 10 JGG mit verschiedenen Erziehungs- und Eingliederungsmöglichkeiten. Diese Möglichkeiten und ihre Ausgestaltung werden in den flexiblen Erziehungshilfen für jedes Kind oder Jugendlichen im Rahmen des Hilfeplanverfahrens als eine maßgeschneiderte Betreuungsform installiert, wobei alle Hilfeformen gleichrangig (sowie zeitlich und sachlich kombiniert) in ein gemeinsames Hilfekonzept einbezogen sind.

Sozialpädagogische Hilfeformen können sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich gestaltet werden. Dabei gibt es keine Ausschlusskriterien, denn jedes Kind, jeder Jugendliche und die dazu gehörende Familie wird so angenommen, wie sie ist. Im Rahmen der Hilfeplanung werden so gemeinsam mit den Betroffenen, den Fachkräften des Jugendamtes, der Jugendhilfestation und des sozialen Netzwerkes Handlungskonzepte entwickelt. Die integrative Ausrichtung erlaubt eine Betreuung von seelisch behinderten Kindern. Die soziale Infrastruktur wird in vollem Unfang genutzt; es bestehen Verbindungen zu ambulanten Therapeuten, Fachärzten, Förderschulen, integrativen Kindergärten, Sportvereinen, zur Musikschule oder zur Gemeinde. Vom KJL angebotene Hilfeformen sind:

Heimerziehung
In der Familienwohngruppe können fünf Kinder und Jugendliche im Aufnahmealter zwischen 0 und 14 Jahren, deren Persönlichkeitsentwicklung es ermöglicht, sich in einem beziehungsorientierten, überschaubaren Rahmen zu integrieren, ein Zuhause finden. Die Kinder und Jugendlichen leben mit dem Betreuerehepaar (Sozialpädagogen und ihren zwei Kindern zusammen und werden so zum Teil ihrer Betreuerfamilie. Mehr Informationen dazu im Menüpunkt Familienwohngruppe.

Soziale Gruppenarbeit / Soziale Trainingskurse
Jugendliche welche im Rahmen des JGG gmeinnützige Arbeitsstunden leisten, können diese unter fachlicher Betreuung auf dem Gelände des Bauernhofs leisten. Es können auch Gruppen von Jugendlichen, bei welchen eine Gefährdung vorliegt, in Verbindung mit der Hilfeplanung betreut werden.
Neben Gartenarbeit oder der Tierpflege bestehen verschiedene Möglichkeiten einer interessanten handwerklichen Betätigung, z.B. Mal-, Maurer- oder Reparaturarbeiten. Insbesondere steht jedoch das Arbeiten mit Holz und seinen vielfältigen Gestaltungs- und Verwendungsmöglichkeiten im Vordergrund.
Weiterhin werden soziale Trainingskurse und soziale Gruppenarbeit durch freizeit-pädagogische Maßnahmen, z.B. Bergwandern oder Kanutouren, für Gruppen von Jugendlichen durchgeführt, wobei Reflektionsgespräche einen wichtigen Anteil darstellen.

Erziehungsbeistand / Betreuungshelfer
Das KJL bietet Kindern und Jugendlichen an, schwierige Siutationen (z.B. bezüglich Eltern, Schule oder sozialem Umfeld) zu überwinden und zu ihrer Verselbständigung beizutragen. Das Angebot des Erziehungsbeistandes und des Betreuungshelfers gilt dabei auch für junge Menschen aus JGH über die soziale Gruppenarbeit hinaus.

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
Greifen andere Hilfeformen nicht mehr und befindet sich der Jugendliche oder junge Erwachsene in einer besonders gefährdeten Lebenssituation, werden individuelle Handlungskonzepte entwickelt.